Torstens Blog

Hier bloggt Torsten Frank aus Wilhelmshaven

Verschlüsselung in Sachsen

saechsisch

Sachsen ist ein tolles Land und es hat, gleich nach Plattdeutsch, den schönsten Dialekt Deutschlands. So kannte ich bisher keine Kuchensorte, die gleich drei “o” in sich vereint, bis ich im Leipzger Edika eines Besseren belehrt wurde: der “Rhorborborkuchen” musste dort nämlich noch einsortiert werden.
Der Sachse an sich hat jedoch ein Problem: in seiner Mundart gibt es kein Äquivalent für “Verschlüsselung”. Gut, dieses Problem haben wohl die wenigsten Sachsen für sich als Problem identifiziert, wenn man jedoch einer EDV-Tagung in Leipzig – pardon: Leipssch – unter lauter Sachsen beiwohnt, beschäftigt einen diese Fragestellung schon.

Lange Bahnfahrten eignen sich besonders gut, um sich solchen Problemen ausgiebig zu widmen. Bewaffnet mit Fachliteratur (Langenscheidt Lilliput Sächsisch, s. o.) habe ich auf der Fahrt zurück von Leipzig nach Wilhelmshaven Unmengen sächsischen Kauderwelsches verinnerlicht, bis ich schließlich zu folgender Variante gelangte:

Gloddsn-unmeechlich-machn ist meine sächsische Variante für “verschlüsseln”.

Oder hat jemand von Euch dazu eine bessere Idee?

Weihnachten kommt immer so plötzlich?

Von wegen! Bullshit! Gehen Sie mal heute, am 01. September durch die Geschäfte. Weihnachten steht direkt vor der Tür und jeder Supermarkt erinnert uns daran!

gewuerzspekulatius

Das gemeine Gewürzspekulantentum greift schon wieder um sich! Die Nutella-Krise bedroht die Kekspreise! Rasches Handeln ist gefragt! Antizyklisches Weihnachtsbaumkaufen spart Geld! Dominosteine kann bestimmt auch eintuppern, aber man hat dann erst einmal welche! Printen sollen ja recht früh vergriffen sein.

Dies ist ein Weckruf! Weihnachten ist schon fast da! Auf das sich niemand beschwere, es käme immer so plötzlich!

Abriss der Südzentrale hat begonnen

Nun passiert es endlich: Die ersten Teile der Südzentrale wurden gestern abgerissen – als Vorsichtsmaßnahmen, war zu vernehmen. Einerseits ist das schade, denn mit dem Rückbau des Gebäudes geht ein Stück Wilhelmshavener Identität verloren. Allen vorgebrachten Nutzungsideen und -Konzepten zum Trotz brachte die Initiative um den “Verein zur Rettung der Südzentrale” keinen Investor hervor.

Da muss die Frage erlaubt sein: Wen wundert’s? Alle Ideen zur Weiternutzung des Gebäudes basieren auf Investitionen im mindestens einstelligen Millionenbereich. Hinzu kommt die Summe X zum Kauf des Geländes. Ich bin kein Bauexperte. Aber so ein Dach neu aufzubauen, alle Scheiben zu ersetzen, die Infrastruktur im Gebäude zu errichten (Gas, Wasser, Toiletten, Strom) – all das kann nicht billig werden. Und es bleibt das unternehmerische Risiko. Was wird, wenn das Nutzungskonzept nicht aufgeht und die Investitionen nicht wieder in die Kasse spült?
Diese Fragen mögen letztendlich den Ausschlag dazu gegeben haben, dass sich kein Investor gefunden hat, der mutig genug ist, ein paar Millionen ins Ungewisse zu investieren.

Letzter Halt – Stadtverwaltung?
Der Ruf nach der öffentlichen Hand ist dann nur konsequent und doch völlig fehl am Platze. Die hochverschuldete Stadtverwaltung kann dieses Gebäude einfach nicht kaufen. Neue, bisher noch nicht groß in der Öffentlichkeit diskutierte Baustellen warten schon auf Finanzierungsvorschläge: Sanierung des Rathausturms, Sanierung der Deichbrücke. Und wer sich mal die Kaimauer unseres städtischen Hafens ansieht, ahnt vielleicht den erforderlichen Sanierungsbedarf. Eine Kommune wie Wilhelmshaven, die unter dem demografischen Wandel einerseits, Jobflaute und Wanderungsbewegungen in Richtung Oldenburg anderseits leidet wie keine andere Kommune in der Region, kann es sich nicht leisten, neue Infrastruktur zu erwerben. Sie muss im Gegenteil überlegen, wo sie sinnvoll und behutsam Straßen, Schulen und sonstiges Inventar abbauen kann. Dort, wo Kosteneinsparungen durch Erwerb realisiert werden können, mag eine Einverleibung in den Bestand der öffentlichen Hand sinnvoll sein (z. B. Stadthalle). Ein Risiko von mehreren Millionen Euro zu verstaatlichen, kann nicht im Sinne einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung sein, so wie sie der Gesetzgeber vorschlägt.

Hast Du schon gehört?

Postkarte, Deutschland um 1900 (CC-Public Domain)

Postkarten, Deutschland um 1900 (CC-Public Domain)

“Hast Du schon gehört? Der Osterhase soll mit der Frau vom Weihnachtsmann geschlafen haben!”
“Ach!?”
“Ja, und deshalb soll’n die Eier jetzt in Zukunft nur noch in rot-weiß ausgeliefert werden!”
“Is nicht wahr!?”

Wilhelmshaven kennt seit einigen Wochen nur noch ein Thema: Neuestes aus Klatsch und Tratsch. Online wie offline. Dabei zeigt sich ein interessantes Phänomen: Nicht nur der hohe Verbreitungsgrad der Nachricht, sondern auch das geringe Bedürfnis der Tratschenden, den Inhalt der Nachricht überhaupt verifizieren zu wollen.

Der Verbreitungsgrad der Gerüchte erhöht sich mit der zunehmenden Vernetzung der Gesellschaft durch Facebook. Diskussionsgruppen, deren Reichweite mehrere tausend Mitglieder beträgt, können mittlerweile Geschichten in der Mitte der Gesellschaft etablieren, selbst, wenn die Administratoren der Foren schnell reagieren und solche Postings löschen. Dank Handybenachrichtigung erfährt man sofort, wenn irgendwo etwas Neues geschrieben wurde. So schnell kann kein Hobbyadmin eingreifen.

Die Sache mit dem Tango und den Hinterteilen

Mein persönlicher Höhepunkt in diesem Sommerspektakel ist aber nicht das Thema Osterhase/Weihnachtsmann. In besagten Facebookforen wurde gegen den Betreiber des Friesischen Rundfunks gewettert. Interessant sind die Auswirkungen dieses Shitstorms. Das Team um den Betreiber Karl-Heinz Sünkenberg hat beschlossen, den Sendebetrieb für das Gebiet Wilhelmshaven einzustellen.

Bitte??

Dass das wohl eher eine Kurzschlussreaktion als eine überlegte Handlung war, wurde vom Sender in einer erstaunlichen Offenheit selbst kommuniziert. Das Video ist leider nur innerhalb von Facebook abrufbar.

frf

Respekt für diese Selbstreflektion.
Der Volksmund sagt: “Zum Tango gehören immer zwei Ärsche”. Wie ich finde, ein passender Satz zu dieser Geschichte. Da gibt es im Internet “Trolle”, die pobeln und Unsinn schreiben. Vermeintlich. Denn wir sehen nicht, welche Mimik derjenige vor seinem Rechner gerade aufsetzt, wir sehen nicht, ob er/sie dabei schmunzelt, ob er laut oder leise eine These niederschreibt. Nicht nur der Sender einer Nachricht muss sich genau darüber im Klaren sein, was er schreibt und wie er es tut. Auch der Empfänger einer solchen Botschaft sollte sich bewusst machen, dass dem Sender vielleicht gar nicht bewusst war, dass seine Nachricht missverstanden werden könnte. Oder der Sender wollte gerade provozieren. Objektivität und eine gesunde Distanz zu allem, was am virtuellen Stammtisch passiert, könnten die Lösung sein.

To whom it may concern…


Hallo, mein Name ist Torsten Frank und dies ist mein Blog. Ich schreibe hier über die alltäglichen Dinge, die einfach schriftlich fixiert werden müssen, damit in meiner Gedankenwelt Platz für neue Ideen ist.
Viel Spaß beim Lesen. Konstruktive Anmerkungen sind immer erwünscht, SEO-Kommentare werden gelöscht.
Anfragen nach Produktrezensionen sind willkommen. :)

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