Torstens Blog

Hier bloggt Torsten Frank aus Wilhelmshaven

Die Kaufmannschaft muss kreativer werden

Fotoautomat im Bürgeramt, Outlet-Center in der Ebertstraße: Sofort meldet sich die Wilhelmshavener Kaufmannschaft zu Wort und hat Gegenargumente und Einwände. Nicht unberechtigt – ja, aber doch in dem Tenor, dass man lieber an Altem festhalten möchte, als Neues zu probieren.

Dies ist ein Weckruf! Wenn alles so bleibt, wie es ist, wird es den Bach heruntergehen! Heute noch shoppen die Baby Boomers bis zur Generation Y in unseren Geschäften. Diese Generationen haben noch eine gewisse Affinität zum Ort Wilhelmshaven, fragen vielleicht noch in den Geschäften, ob sie hier etwas bekommen. Doch was passiert, wenn diese Generationen älter werden und die Digital Natives nachrücken?

Gekauft wird heute im Internet, bei EBay, Amazon usw. An den Geschäften vorbei und meistens auch am Staat.

Die Umsatzanteile werden sich mit dem Generationenwechsel zugunsten des Internet-Handels verschieben. Die Wilhelmshavener Kaufmannschaft täte gut daran, sich auf diese Entwicklung mit entsprechenden Services einzustellen. Beispiel: Junge Familien, die – das Kind noch nicht geboren – ihre Erstausstattung suchen. An wen wenden die sich in Wilhelmshaven? Es fehlt an einem Berater, der diese Eltern an die Hand nimmt, ihnen aus der Erfahrung heraus sagen kann, was man zur Betreuung eines Kindes alles benötigt und sie idealerweise auch in ein Wilhelmshavener Geschäft führt. Gibt es das hier? Nein. Im Gegenteil. Versuchen Sie mal in Wilhelmshaven eine Wickelunterlage zu kaufen. Exakt zwei Geschäfte habe ich ausfindig gemacht, eines in der Marktstraße und ein Möbelhändler im Stadtnorden. In dem Geschäft in der Marktstraße hatte man exakt ein Modell. Sonderwünsche: nicht möglich! Bestellen im Internet als Service für den Kunden: Nicht möglich! Na, dann bestellt der Kunde doch selbst im Internet.

Bekleidungsgeschäft, Marktstraße. Ein Jackenmodell ist nicht mehr vorhanden. Nachbestellen? Geht nicht. Antwort der Verkäuferin: “Bestellen Sie doch im Internet.”

Eine Stadt mit stagnierenden bis sinkenden Einwohnerzahlen braucht mehr Innovationen. Allein auf den Angebotsmangel oder “nicht vorhandene Ankermieter” zu schimpfen, bringt nichts. Wenn die Menschen merken, dass sich die Kaufmannschaft mehr nach ihren Bedürfnissen richtet, kommen die Kunden, davon bin ich überzeugt. Ein weiter Weg, den hoffentlich viele Händler langsam einschlagen! Nicht nur für den Bürger und die Gewerbetreibenden, auch für den Staat wäre eine solche Entwicklung positiv, denn es sind die kleinen lokalen Geschäfte, die Gewerbesteuer zahlen und die Stadt und das Leben interessanter machen.

Flop der Woche: Krimidinner im Peppers

Krimidinner ohne Krimi und Dinner: Im Peppers

Krimidinner ohne Krimi und Dinner: Im Peppers

Krimidinner – Die Landesbühne lädt zu einem Spektakel der besonderen Art in die Diskothek Peppers: Das Stück “Ausverkauft” von Frank Fuhrmann spielt auf einer Betriebsfeier der Firma “Ohlsen”. Die Gäste werden am Eingang bereits ihren Plätzen zugewiesen, denn die Tische repräsentieren Abteilungen der Firma. Schauspieler sind im Saal und an den Tischen verstreut platziert. Mit dieser Grundvoraussetzung spricht der Abend interessant und spannend zu werden.

Soweit die Theorie. Der Auftakt gelingt noch: Die Betriebsfeier startet, die Gäste werden aktiv mit eingebunden – man fühlt sich fast wie auf einer richtigen Betriebsfeier. Mit dem Essen beginnt allerdings der Niedergang des Abends. Das “Vorspeisenbuffett” erweist sich als Kürbissuppe mit Salatteller. Der Salat, der streckenweise sogar frischen Blattsalat beinhaltet, ist eine lieblose Aufhäufung von Gemüsekomponenten. Der Parmesan-Käse als “Topping” versucht, das unter ihm liegende Dilemma zu verdecken, schafft es aber nicht. “Aber was nicht ist, kann ja noch werden”, denkt man als positiv eingestellter Mensch. Vorsichthalber bestelle ich mir einen zweiten Weißwein, wohl auch aus Misstrauen mir selbst gegenüber.

Es folgen diverse Show-Einlagen, die es zunächst noch schaffen, das Betriebsfeiergefühl aufrecht zu erhalten. Dann: Der Hauptgang!

Man könnte ihn mit einem Wort beschreiben: Fett.

Im Fett geschwenkte Kartoffeln, dazu in einer fettigen Pampe gebadetes Gemüse und als krönender Abschluss einen fettigen Braten. Alternativessen für Vegetarier: Fehlanzeige. Gut, der Hunger treibt es rein, aber die Stimmung sinkt hierbei auf einen neuen Tiefpunkt.

Währenddessen läuft das Stück weiter – ein Hydrologe würde sagen: Es plätschert dahin. Das schlechte Essen wird zum Gesprächsthema, die Aufmerksamkeit entfernt sich langsam von der Schauspielerei. Die ersten Gäste fragen sich, ob man nicht lieber gehen sollte. Aber: Es soll ja noch etwas Spannendes passieren! Also: Abwarten. Die gefühlte Länge des Stückes wird abrupt durch Geschrei aus verschiedenen Ecken unterbrochen: Tatsächlich spitzt sich die Handlung jetzt zu! Und dann: Ein Mordversuch. Schlussrede. Ende. Applaus.

Die Schauspieler haben ihr bestes gegeben. Gegen das kulinarische Desaster und den etwas ungünstigen Flow im Drehbuch können sie wenig ausrichten. Einzig die Lokation war für den Background der Geschichte richtig gewählt. 50 Euro für diesen Abend waren eindeutig schlecht angelegt. Jeder Theaterbesuch mit Essengehen ist etwa gleich teuer, bietet aber deutlich mehr. Zumal in den 50 Euro die Getränke nicht enthalten waren.

Verbucht unter der Kategorie: Lehrgeld.

Update 25.11.14: Heute erreichte mich ein Anruf des Betreibers vom Peppers. Er entschuldigte sich für die Essensqualität, was eine Ausnahme aufgrund vieler zeitgleich eingetretener Unwägbarkeiten sei. Erst einmal “Hut ab” an Torsten Stump dafür, dass er mit Kritikern in einen Dialog eintritt. Ich werde die Küche des Peppers in den nächsten Wochen noch einmal testen und berichten!

Der böse Automat

Eine gute Idee: Die Stadtverwaltung Wilhelmshaven stellte im November 2013 einen Fotoautomaten im Bürgeramt auf, mit dem Bürger ein Passbild direkt vor Ort machen können. 1500 Bürger sollen diesen Service schon in Anspruch genommen haben. Dabei wird das Passbild nur für den Zweck vor Ort benutzt und dem “Kunden” nicht ausgehändigt. Doch dieser Automat wird nun zum Zankapfel: Örtlich ansässige Fotografen reklamieren seit der Aufstellung Einnahmeverluste für sich, nein mehr noch: Der böse Automat bedrohe die Existenz der Fotostudios.
Wenn man die Situation einmal realistisch betrachtet, so hat der Automat laut Aussage der Stadt bisher ca. 1500 Bürger abgelichtet. Nehmen wir diese Zahl als Basis und multiplizieren sie mit einem Wert von sagen wir 25,- Euro, den der Bürger sonst bei einem Fotostudio für mehrere Passbilder bezahlt hätte (Schätzwert, Quelle). Macht Einnahmeverluste von 37.500 Euro für alle Fotografen über das gesamte Stadtgebiet. Google listet bei der Suche nach “Fotograf Wilhelmshaven” sieben Treffer auf – das bedeutet: für jedes Fotostudio entstehen durch den Fotoautomaten der Stadt Verluste von durchschnittlich 5.357,14 Euro pro Jahr. Das ist natürlich sehr einfach gerechnet und sicher hat jedes Fotostudio auch unterschiedliche Schwerpunkte. Aber der Wert ist deutlich niedriger, als im WZ-Artikel reklamiert (1000-3000 Euro pro Monat).

“Ausweis-Automaten nähmen den Fotografen das Kerngeschäft weg.” (WZ-Artikel)

Leider sind Ausweis-Automaten auf dem Vormarsch. Schon Anfang 2000 wurde mein Passbild auf der Mitgliederkarte des Fitness-Studios per Webcam aufgenommen. Selbst bei der Gesundheitskarte hat mir meine Krankenkasse angeboten, eine JPG-Datei hochzuladen. Der Trend wird nicht aufzuhalten sein. Die Strategie, Passbild-Fotografie als Kerngeschäft zu betreiben, dürfte also mittelfristig in den Ruin führen. Ich behaupte, die Fotografen können sogar noch froh sein, dass die Stadt 6 Euro für die Dienstleistung in Rechnung stellt.
Der Bedarf an Passbildern wird auch deshalb langfristig abnehmen, weil immer mehr Kameras in die Haushalte Einzug erhalten. Mal eben ein Bild von sich machen, im Drogeriemarkt professionell ausdrucken – das kostet heute nichts mehr. Das Passbild als Geschenk für Verwandte hat ausgedient. Das Bild der Partnerin in der Geldbörse stammt heute aus der eigenen Spiegelreflexkamera.

Diesen Trends müssen sich auch hiesige Fotografen stellen. Mein Vorschlag: Warum gibt es denn keine Angebote wie “Professionelle Fotos für soziale Netzwerke”? Neue Techniken erzeugen manchmal auch neue Bedarfe…

Nachlese: LichterMeer 2014 in Wilhelmshaven

IMG_5537k
Selten gab es in Wilhelmshaven eine Veranstaltung, die mit so wenigen Mitteln soviel Wirkung erzielt hat wie das “LichterMeer 2014” am Südstrand. Ein paar Lichtelemente gut positioniert, dazu genau die richtige Musik und natürlich das bestellte sensationelle Wetter waren die drei Säulen dieses gelungenen Events. Zum ersten Mal war die Südstrandpromenade das, was sie eigentlich schon lange sein sollte: Eine Promenade, die mit Leben gefüllt ist. Viele Touristen und Wilhelmshavener nutzten die Gelegenheit, schön Stunden an der Wilhelmshavener Schokoladenseite zu genießen. Einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben freilich auch die Gastronomen, deren Angebote zum Verweilen einluden. Rundherum eine gelungene Veranstaltung, die unbedingt nächstes Jahr wiederholt werden muss!


LichterMeer 2014 Wilhelmshaven

LichterMeer 2014 Wilhelmshaven


LichterMeer 2014 Wilhelmshaven


LichterMeer 2014 Wilhelmshaven


LichterMeer 2014 Wilhelmshaven

LichterMeer 2014 Wilhelmshaven


LichterMeer 2014 Wilhelmshaven

LichterMeer 2014 Wilhelmshaven

To whom it may concern…


Hallo, mein Name ist Torsten Frank und dies ist mein Blog. Ich schreibe hier über die alltäglichen Dinge, die einfach schriftlich fixiert werden müssen, damit in meiner Gedankenwelt Platz für neue Ideen ist.
Viel Spaß beim Lesen. Konstruktive Anmerkungen sind immer erwünscht, SEO-Kommentare werden gelöscht.
Anfragen nach Produktrezensionen sind willkommen. :)

Kommerzielles

Kommerzielles