CD-Tipp: Zum Glück in die Zukunft (Marteria)
Ich höre nicht gerne Rap oder Hip-Hop. Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Mag sein, dass die Ausrufe “Yo”, “Yeah”, “oh” mich nicht so ansprechen. Mag sein, dass das ewige Gesinge vom “Ich komme ausm Ghetto, ich bin so hart und ihr seid alle scheiße” mir so schon aus den Ohren heraus hängt. Aber ich gestehe: Ich habe mir letztes Wochenende das Album von Marteria (“Zum Glück in die Zukunft
“)* gekauft – und es war kein Fehlkauf!
Was hier, unter anderem mit Supportern wie Jan Delay oder Peter Fox auf die Beine gestellt wurde, ist wirklich ein Meisterwerk, das es lohnt, legal zu besitzen…
Ich kann nur eines sagen: kauft euch nicht die Single (“Verstrahlt”), sondern gleich das ganze Album.
Die Texte sind zu keiner Zeit mit Mainstream-Rap-Gesülze (s.o.) durchsetzt, sondern für das Genre anspruchsvoll, aber auch witzig. Dass die Beats ebenfalls in dieser Qualität vorliegen, zeigt schon die Tatsache, dass das dem Album auf einer zweiten CD instrumentale Fassungen der Stücke vorliegen.
“Chapeau!” kann ich da nur dem Produzententeam zurufen. Eine klare Kaufempfehlung meierseits!
Marteria auf Twitter: http://twitter.com/marteria
Zum Album bei Amazon*: Zum Glück in die Zukunft
Und hier die Single “Verstrahlt”:
Dieser Post ist meine persönliche Meinung. Der mit dem * gekennzeichnete Link ist eine Werbeanzeige von amazon. Das Schalten der Werbung hat nichts mit meiner Meinung zu diesem Album zu tun.
Tipp: Der Youtube-Channel von AlexiBexi
Auf deutsche Übersetzungen von internationalen Charterfolgen hat sich der Alexander Böhm alias AlexiBexi in seinem Youtube-Stream gewidmet. Und das in professioneller Studioqualität: Sein neuestes Werk ist die Übersetzung des Songs “Break your heart” von Taio Cruz feat. Ludacris:
Den Youtube-Channel gibts hier: http://www.youtube.com/user/AlexiBexi
Einkaufen, rund um die Uhr
Samstag, kurz nach 16 Uhr, vorm Dänischen Bettenlager in Wilhelmshaven: Ich stehe vor verschlossener Tür. Ok, Geschäfte schließen irgendwann. Das werde ich auch noch lernen. Kurios war in diesem Zusammenhang nur folgendes Schild im Schaufenster:
Pause?
Nach langer Abstinenz kommen jetzt wieder Postings in dieses Blog. Der Grund für meine Blog-Pause war nicht etwa Faulheit, sondern einfach die Tatsache, dass ich umgezogen bin. Da gibts ne ganze Menge zu tun. Und es ist immer noch alles fertig…
Aber blogtechnisch bin ich wieder da!
Loveparade: Chaos mit Toten – Ursache vorhersehbar
Heute sind bei der Loveparade in Duisburg nach aktuellem Stand (20:00 Uhr) wahrscheinlich 15 Menschen durch eine Massenpanik ums Leben gekommen.
Die Panik entstand in einem Nädelöhr: ein einspuriger Tunnel führte zum Veranstaltungsgelände. Der Tunnel füllte sich schnell mit Menschen, schließlich brach eine Panik aus.
War das nicht vorauszusehen? Ein Bericht auf derwesten.de vom 20.07. mit dem Titel “Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil” wird darauf hingewiesen, dass das Veranstaltungsgelände nur für maximal 500.000 Menschen ausgelegt ist. Die Kommentare zu diesem Artikel sind eindeutig:
Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote – und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gutgehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken.
Direkt nach der Massenpanik wurde dieses Foto aufgenommen, dass die Situation am Tunnelausgang zeigt. Wie voll der Tunnel vor der Panik war, sieht man auf diesem Video.
und auf diesem Foto.
Die Gesundheitsreform des Dr. Rösler

Unser Bundesminister für Gesundheit, Dr. Rösler (FDP), hat seine Gesundheitsreform vorgestellt. Bravo. Eine Gesundheitsreform! Na endlich einmal!
Schaut man sich die Maßnahmen und vor allen Dingen die Begründungen dazu an, muss man doch mehr als stutzen.
Bei einer erfreulicherweise älter werdenden Bevölkerung und wachsenden medizinischen Möglichkeiten bedeutet dies, dass die Gesundheitsausgaben nicht sinken können. Eher ist das Gegenteil der Fall. Diese Herausforderung kann nur gemeinschaftlich und solidarisch geschultert werden. (Dr. Rösler zur Gesundheitsreform, Hervorhebung von mir)
Herr Rösler will also die Last der Gesundheitskosten solidarisch schultern. Aha. Was heißt das genau? Damit rückt Rösler ein paar Zeilen später heraus:
Bei der Weiterentwicklung der Zusatzbeiträge wird ein unbürokratischer und gerechter Sozialausgleich eingeführt. (Quelle: ebenda)
Aha. Man gibt also die Zusatzbeiträge, die einkommensunabhängig erhoben werden frei (bisher gab es eine Obergrenze, die von den Krankenkassen nicht überschritten werden durfte). Dadurch, dass nun die unteren Einkommen verhältnismäßig stärker belastet werden, führt man aber einen steuerfinanzierten Ausgleich ein. Na, das ist doch mal eine einfache Lösung! Toll auch die Formulierung “Weiterentwicklung der Zusatzbeiträge”! Klasse. Meine Tankstelle entwickelt auch zunehmend die Benzinpreise weiter…
(Wenn man die Krankenkassenbeiträge übrigens komplett einkommensabhängig erhoben hätte, wäre der “Sozialausgleich” gleich mit drin, ohne zusätzliche Bürokratie. Die FDP wollte doch mal Bürokratie abbauen… ach, das kommt bestimmt später, so wie die Steuerentlastungen…)
Aber von einer solidarischen Finanzierung der Krankenkassen will Rösler und die Koalition ja gerade weg. In dem detaillierten Dokument (PDF) zu den Eckpunkten der Gesundheitsreform heißt es:
Kassenindividuell festgelegte, sozial ausgeglichene einkommensunabhängige
Zusatzbeiträge dienen darüber hinaus der Sicherung einer exzellenten Versorgung.
Wie können einkommensunabhängige Zusatzbeiträge denn bitteschön sozial ausgeglichen sein? Insbesondere dann, wenn der ausgleichende Sozialzuschlag aus Steuermitteln finanziert wird? Wir alle wissen doch, dass die Reichen in diesem Lande jede Chance zur Steuerersparnis nutzen! Letztendlich wird die Mittelschicht die Last tragen müssen.
Interessant in dem Dokument ist auch folgender Satz enthalten:
Der Arbeitgeberbeitrag wird auf der Höhe von 7,3 Prozent festgeschrieben. Damit werden die Gesundheitskosten von den Arbeitskosten für die Zukunft entkoppelt. Unvermeidbare Ausgabensteigerungen werden durch Zusatzbeiträge der Versicherten finanziert.
Das Prinzip, dass die Krankenkassenbeiträge zur Hälfte von den Arbeitgebern und zur anderen Hälfte von den Arbeitnehmer bezahlt wird, wird mit dieser Regelung aufgeweicht. Noch bleibt es einem einem paritätischen Beitrag, wenn dieser aber steigt, zahlen allein die Arbeiternehmer die Mehrkosten!
Mehr Netto vom Brutto?
Von den Wahlversprechen der FDP ist ja schon nicht mehr viel übrig geblieben. Diese “Gesundheitsreform” ist aber ein Schritt in die falsche Richtung. Warum zahlen nicht alle in die gesetzliche Krankenkasse ein und gleichen damit das Defizit aus? Stichwort: Bürgerversicherung? Warum gibt es immer noch Ausnahmen für höhere Einkommen? Ist es nicht gerechter, wenn diejenigen die Last schultern, die es am Besten können? An was erinnert mich dieser umständlicher Sozialausgleich noch – achja: Die Stenkelfelder Kompaktversicherung. Parallelen sind durchaus erkennbar.
Übrigens gibt es auch Parteien mit anderen Konzepten. Wer daran Interesse hat, sollte einmal hier vorbeischauen.
Krake Paul, eine Geschichte voller PR für ein Großaquarium
Wie kann ein Unternehmen besonders auf sich aufmerksam machen? Es bringt sich geschickt in Zusammenhang mit einem Ereignis von großer Aufmerksamkeit. Das ist jetzt dem Großaquarium Sea Life Centre in Oberhausen mit dem Octupus Paul gelungen.
Paul, ein zwei Jahre alter Krake, ist plötzlich in aller Munde, weil Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2010 richtig “vorausgesagt” hat. Die Voraussagung läuft übrigens so:
Der Oktopus bekam während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 mit den jeweiligen Nationalflaggen beklebte Boxen mit Tierfutter vorgesetzt und hatte bei den Spielen der deutschen Elf in der WM-Vorrunde jeweils die Boxen mit der Siegerflagge geleert. (Quelle: Pauls Seite auf wikipedia (!))
Eine wunderbare PR-Geschichte für den Aquariumbetrieb. Und erstaunlicherweise stimmten die Prognosen des “Orakels” in den meisten Fällen. Der Medienhype geht mittlerweile soweit, dass Spanien einen Leibwächter schicken will, damit deutsche Fans Paul nicht verspeisen.
Denn viele Fußballfans kehren jetzt die Kausalität um ins Absurde: Weil sich Paul für Spanien entschieden hat, hat Spanien auch gewonnen.
Da sorgt “Die Welt” für Aufklärung, indem sie einen Experten erklären lässt, warum sich Paul für diese oder jene Box entscheidet. Gott sei dank, es sind keine mysteriösen Kräfte am Werk. Oder???
Zu allen Vorhersagen von Paul ergänzt der Stern die Liste der Weissagungen, Prophezeiungen und Statistiken um weitere Kuriositäten.
Prost Mahlzeit. Liebes Deutschland: Neben gab es eine Gesundheitsreform. Weniger Netto vom Brutto. Hat wohl keiner mitbekommen, dank Paul und der WM. Geschickt gemacht, Herr Rösler.
Handwerkergruß für schräge Wände
Viel Glück und viel Sägen beim Laminat-Verlegen!

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