Der Fall der Verhafteten Sängerin einer bekannten Popgruppe ist schlimm und das aus mehreren Gründen: Die Sängerin ist offenbar mit dem HI-Virus infiziert, was durch die Staatsanwaltschaft an die Presse übermittelt wurde. Ein Fakt, der so für sich allein genommen sicher nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hat.
Schlimm ist desweiteren, das besagte Sängerin mit anderen Männern ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, obwohl sie – so ein Vorwurf – gewußt haben soll, dass sie infiziert war. Schlimm finde ich dabei die Tatsache, dass man bewußt andere Menschenleben aufs Spiel setzt. Die Verhaftung ist aus meiner Sicht bei bestätigtem Tatvorwurf mehr als gerechtfertigt.
Besonders schlimm finde ich aber einen Blogeintrag des sonst von mir sehr geschätzten Medienjournalisten Stefan Niggemeier, der unter der Überschrift “Wie schützt man am besten vor Aids? U-Haft” inhaltlich leider voll daneben gegriffen hat.
Zitat:
Wie verantwortungslos sich die Sängerin auch immer verhalten haben mag (oder nicht): Ihre Partner hatten die Möglichkeit, sich relativ zuverlässig vor einer Infektion zu schützen. Es ist beim Geschlechtsverkehr nicht wie im Straßenverkehr, wo man noch so vorsichtig fahren und trotzdem nicht verhindern kann, einem Raser zum Opfer zu fallen.
(Quelle: bildblog.de)
Hier wird versucht, die Verantwortung auf die Betroffenen abzuwälzen. Wenn jemand (ich schreibe dies unter dem Vorbehalt, dass die Tatvorwürfe zutreffen) bewußt wissentlich einen Dritten mit HIV infiziert, dann kann es doch nicht sein, dass der Täter/die Täterin sich darauf berufen kann, dass der andere keinen Schutz verwendet hat. Das ist schlicht absurd! Sollen jetzt alle Männer zunächst einen Fragebogen mit ihren Geschlechtpartnern/-partnerinnen durchgehen und alle Geschlechtskrankheiten abfragen?
Natürlich kann sich jeder Mann eine Tüte aufsetzen und hoffen, nicht von dieser schlimmen Krankheit getroffen zu werden. Das entläßt aber nicht die infizierte Person aus ihrer Verantwortung!
Und schließlich gibt uns das Strafgesetzbuch klare Vorgaben:
Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(§ 223 Abs. 1 StGB)
Auch mybasti hat sich diesem Thema gewidmet und mir inhaltlich schon etwas vorgegriffen.
Mir fehlte gestern einfach noch die nötige Distanz, um emotionsfrei über dieses Thema schreiben zu können.
Gestern war ich im Elektronikmarkt E. in einem örtlichen Combi-Supermarkt. Da mein Haartrockner wohl in Kürze seinen Geist aufgibt, dachte ich, es wäre an der Zeit, ein neues Gerät zu beschaffen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit (>20 Uhr) war dieses Geschäft meine Wahl, um “nochmal eben schnell einen Haartrockner zu kaufen”.
Da das Geschäft eine recht überschaubare Größe hat, war die Auswahl auch entsprechend klein. Mein Blick fiel auf ein Gerät der Marke Philips. Die Besonderheit dabei war, dass das Gerät einen zuschaltbaren Ionisator besitzt. Als Nicht-Frisör konnte ich mit diesem Feature zunächst nichts anfangen und machte mich auf die Suche nach der Verpackung, um Näheres darüber in Erfahrung zu bringen.
Der Karton zum Produkt war leider nicht auffindbar, es gab offenbar nur das “Vorführgerät” (in Anführungszeichen deswegen, weil es keine Steckdose gab, die zum Vorführen notwendig gewesen wäre). Also fragte ich das Personal hinter dem Tresen (Werbeslogan im Netz: “Best of Beratung”), was denn ein Ionisator sei.
Kandidatin 1 versuchte, sich die Lösung zu erarbeiten. Zunächst suchte sie nach der Produktverpackung (ha!)… dann versuchte sie sich mit der Erklärung: “Das könnte ja eine Sicherung sein… gegen Wasser”. Mein Einwand, dass man eine Sicherung wohl nicht als “hinzuschaltbar” konstruieren würde, machte sie stutzig. Sie verschwand hinter ihrem Computer und tippe fleißig drauf los.
Mein Gedanke: Sie guckt vielleicht in einem Produktkatalog von E. nach. So eine Art Verkaufsunterstützung. Wäre ja sinnvoll. Aber nein: Ihr Hilfesystem war…. GOOGLE!
Währenddessen kam Kandidatin 2 ins Spiel: “Also, ich weiß nur, dass man dort auf einen Knopf drückt und dann heiße Luft rauskommt!” Anschließend zu ihrer Kollegin: “Ich geh mal eben zu Combi rüber.” Und verschwand.
Ob Kandidatin 1 sich die Lösung ergoogeln konnte, weiß ich leider nicht mehr, da ich den Laden verlassen habe. Während der Googelei kam ich allerdings schon selbst auf die Lösung: Der Ionisator soll die statische Aufladung der Haare verhindern. Für alle (verzweifelten) E.-Mitarbeiter hier die Link zum Wikipedia-Eintrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Ionisator
Bei cracked.com findet man eine interessante Liste von Bezeichnungen, die es in der englischen Sprache nicht gibt. Mit dabei: Das “Backpfeifengesicht”.
cracked.com: The 10 coolest foreign words the english languages needs
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