Hier bloggt Torsten Frank aus Wilhelmshaven

Allgemein

Wie die Tagesschau mit Statistiken lügt

Wir brauchen mehr Elektroautos in Deutschland. Die Bundesregierung hat als Ziel 1 Millionen Stromfahrzeuge bis 2020 festgesetzt. Dass dieses Ziel zur Zeit in weiter Ferne liegt, dürfte jedem klar sein, der offenen Auges durch die Straßen geht. Die Tagesschau am 02.02.16 (bei 9 Minuten 10 Sekunden) verdeutlicht das Absatzdefizit der Automobilbauer durch eine Grafik:

Grafik: Tagesschau 02.02.2016

Grafik: Tagesschau 02.02.2016

Auffällig ist, dass die Jahre 2010-2015 auf der Zeitachse deutlich mehr Platz einnehmen, als 2015-2020, obwohl beide Zeitabstände 5 Jahre repräsentieren. Ich habe einmal nachgemessen: Wenn 2010-2020 100% sind, dann entspricht der Tagesschau-Darstellung 2010-2015 65,3 % und 2015-2020 34,7 %. „Who cares?“ könnte man jetzt fragen. Aber diese Art der Manipulation hat eine Wirkung: Die Linie zwischen 2015 und 2020 hat eine höhere Steigung, als wenn man die Darstellung korrekt vornimmt. Ich habe die Grafik einmal um diesen Fehler bereinigt, dann kommt folgende Kurve dabei heraus (meine Grafikbearbeitungstalente wollen noch entdeckt werden…):

Zeitachse korrigiert. Die Steigerung der Gerade von 2015-2020 fällt deutlich geringer aus.

Zeitachse korrigiert. Die Steigerung der Gerade von 2015-2020 fällt deutlich geringer aus.

Wenn man jetzt noch die andere Achse genauer unter die Lupe nimmt, stellt man auch hier Unstimmigkeiten fest. So präsentiert bei der hier verwendeten Grafikgröße 1 Pixel 2010 45,37, 2015 schon 300,76 und 2020 2949,85 Fahrzeuge. Ich habe deshalb die ganze Grafik noch einmal komplett neu erstellt:

Proportionen richtig ausgelotet: Der Absatz 2010 ist jenseits der Sichtbarkeit

Proportionen richtig ausgelotet: Der Absatz 2010 ist jenseits der Sichtbarkeit

Dem Grafiker war offenbar die wahrheitsgetreue Darstellung des Elektroauto-Absatzes zu langweilig: Der Wert des Jahres 2010 ist so marginal, dass er bei korrekten Proportionen völlig unter den Tisch fällt.
Um eine deutliche Verfehlung des Ziel 2020 darzustellen, hat der Manipulator Grafiker die Zeitachse stark gestaucht. Schade, dass eine solche Manipulation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stattfindet.

Eine Armlänge Irrsinn

Sexuelle Übergriffe in Köln und Hamburg erschrecken die Nation – zurecht. Der Rechtsstaat darf hier nicht zurückweichen, sondern muss im Gegenteil für konsequente Aufklärung sorgen und sich präventive Maßnahmen überlegen. Die Polizei Köln hat jetzt ihre Ermittlungsgruppe auf 80 Mitarbeiter erhöht, zuvor waren es neun Beamte. Was ich bemerkenswert finde, ist die völlig unterschiedliche Darstellung zwischen Medien auf der einen und Polizei auf der anderen Seite. So schreibt die Polizei Köln :

31. Dezember 2015 – 21 Uhr: Auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domtreppe befinden sich bereits 400 – 500 augenscheinlich alkoholisierte Personen, die durch aggressives Verhalten auffallen. Es handelt sich in der Mehrzahl um Männer, die unkontrolliert Böller und Raketen abbrennen und diese zum Teil gegen Unbeteiligte einsetzen.

31. Dezember 2015 – 23 Uhr: Die genannte Menschenmenge ist auf über tausend Menschen angewachsen. Es handelt sich bei den Anwesenden größtenteils um Männer, die unter anderem durch Alkoholkonsum bereits enthemmt sind. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nimmt immer mehr zu. Raketen werden häufig absichtlich in die Menge geschossen. Die Stimmung wird zunehmend aggressiver.

31.Dezember 2015 – 23.30 Uhr: Aus Sicherheitsgründen räumen Beamtinnen und Beamte der Polizei Köln und der Bundespolizei die Domtreppe und den Bahnhofsvorplatz. Durch das konsequente Einschreiten der Polizisten werden Personengruppen aufgebrochen, die Situation beruhigt sich zunehmend.

1. Januar 2016 – 0.45 Uhr: Um den Abreiseverkehr zu gewährleisten, gibt die Polizei den Zugang zum Hauptbahnhof wieder frei. Als die Platzfläche sich erneut füllt, verhält sich die Masse der anwesenden Personen ruhig. Erste geschädigte Frauen erstatten Strafanzeige wegen Diebstahlsdelikten und schildern teilweise auch sexuelle Übergriffe. Die Polizei passt das Einsatzkonzept sofort an und konzentriert Einsatzkräfte erneut im Bereich des Hauptbahnhofs. Passantinnen werden gewarnt und von Beamtinnen und Beamten sicher durch die Menschenmenge begleitet. Bei aggressiven und auffälligen Personen werden Gefährderansprachen und Identitätsfeststellungen durchgeführt. Platzverweise werden ausgesprochen.

1. Januar 2016 – 4 Uhr: Die Lage hat sich abschließend beruhigt.

Als krasses Gegenbeispiel dazu die Bild-Zeitung unter bild.de:
bild-silvester-koeln

Weiterhin wird der Tatverlauf in den Medien (und dann natürlich auch in den Kommentaren auf Facebook etc.) anders dargestellt. So schreibt die Polizei Köln zu den Ereignissen:

Die Geschädigten befanden sich während der Neujahrsfeier rund um den Dom und auf dem Bahnhofsvorplatz, als mehrere Männer sie umzingelten. Die Größe der Tätergruppen variierte von zwei bis drei, nach Zeugenaussagen nordafrikanisch Aussehenden bis zu 20 Personen.

Betroffene berichten teilweise anderes:

Insgesamt 500 bis 900 Leute schätzt sie, seien beteiligt gewesen.

(Quelle)

Die taz schreibt:

In der Pressemeldung der Polizei vom Neujahrstag ist von „1.000 Feiernden“ auf dem Bahnhofsvorplatz die Rede. Daraus wurden in Medienberichten eine Tätergruppe von 1.000 Männern nordafrikanischer Herkunft. Fest steht aber, dass nicht alle 1.000 Feiernden zu den Tätern gehören, sondern nur ein kleiner Teil. Wie viele es waren, ist nach wie vor unklar. Laut Augenzeugenberichten sollen es 40 bis 100 Männer gewesen sein.

Die Frankfurter Rundschau schreibt:

Mehr als 1000 Männer gehörten zu der Gruppe, aus der heraus die Taten begangen wurden.

Offenbar gibt es ganz unterschiedliche Einschätzungen über die Größe der Tätergruppe. Dies ist aber nicht ganz unerheblich für den Eindruck auf Unbeteiligte: Waren es tatsächlich 1000 Menschen, die organisiert Jagd auf Frauen gemacht haben?

Die schlechte Pressearbeit der Polizei
Natürlich werden bei so einem Vorfall schnell Schuldige gesucht. Die Polizei stand auf dieser Liste ganz oben, konnte man doch den Eindruck gewinnen, die Lage sei völlig außer Kontrolle geraten.
Wahrscheinlich waren die Beamten tatsächlich mit zu wenig Kräften vor Ort, wie jetzt interne Polizeiberichte bestätigen.

Im Vorfeld der Kölner Silvesternacht mit zahlreichen Raubüberfällen und sexuellen Angriffen auf Frauen hat nach FOCUS-Informationen das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) des NRW-Innenministers Ralf Jäger die Bitte der Kölner Polizei um eine zusätzliche Einsatz-Hundertschaft abgelehnt. (Quelle)

Skandalös! Wenn irgendwo Köpfe rollen müssen, dann an dieser Stelle! Offenbar wurden vor Ort die richtigen Entscheidungen getroffen, nämlich die Staatsmacht personell zu verstärken und dies wurde von „oben“ abgelehnt.
Tagelang wurde nur die halbe Wahrheit geschrieben, politisch heikle Sachverhalte verschwiegen. Gerade das beflügelt doch die Verschwörungstheoretiker und Rechten umso mehr.

Politisch muss jetzt die Arbeit der Polizei unterstützt werden, um auf kommende Großereignisse vorbereitet zu sein (Stichwort Karneval). Dazu gehört auch die personelle Aufstockung der Kräfte bei Bedarf.
Die Täter müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaates bestraft werden, damit nicht der Mob der Rechten auf den Plan gerufen wird!

Mein erstes Mal bei der IFA

Die CeBIT ist ja der Klassiker unter den Technologiemessen in Deutschland. Die Internationale Funkausstellung in Berlin hatte ich bisher noch nicht besucht. Dieser weiße Fleck auf meiner Messelandkarte ist seit einigen Tagen ausgemerzt. Geblendet vom quadratisch-praktischen Messegelände in Hannover ist die Messe Berlin baulich eher ein Labyrinth: Es geht rauf, es geht runter, es geht nach links, plötzlich kreuzen sich Wege („kleiner Stern“). Nach etwas Eingewöhnung findet man sich zurecht.
Bei bestem Outdoor-Wetter sollte man am ehesten auf die Messe gehen: Dies bewahrheitete sich auch bei der IFA 2015. Am Freitag waren die Messehallen sehr übersichtlich gefüllt, so dass viel Zeit für Rückfragen und Diskussionen an den Messeständen blieb. Es gab viel zu sehen und anzufassen, mehr als auf der
CeBIT, die sich seit längerem schon als Business-Messe zu etablieren versucht und private Messebesucher damit verschreckt (verschrecken will).

Auf der IFA findet man wirklich alles, was mit Technik zu tun hat. Staubsauger, Waschmaschinen, Saftpressen, Kaffeemaschinen aber auch Router-Hersteller, private cloud-Anbieter und vieles mehr. Die Vielfalt erschlägt, eine Messeplanung ist vonnöten.

Von bahnbrechenden Erfindungen

Küche mit viel Schnick-Schnack

Küche mit viel Schnick-Schnack

Nicht alles auf der IFA braucht man. Nicht alles auf der IFA braucht die Welt. Da gab es zum Beispiel die vernetzte Küche. Hochmodern und doch mit Schnick-Schnack ausgestattet, der sich nach meinem Dafürhalten nie durchsetzen wird. Wie aus dem Verkaufsfernsehen reden zwei Präsentatoren von den unglaublichen Möglichkeiten, die mir diese Küche bietet. Zum Beispiel: Auf der Arbeitsplatte kann ich auf einem Display sehen, was sich in meinem Kühlschrank befindet.
Unglaublich! Ich verschwende mit dieser Küche keine Energie mehr, weil die Kühlschranktür öffnen muss! Wahnsinn! Die Arbeitsplatte erkennt automatisch den Kühlschrankinhalt und stellt mir daraus ein Rezept zusammen. Mensch, darauf habe ich gewartet. Doch das ist noch längst nicht alles. Die Küche enthält einen
„Backofen“, der räuchern und fermentieren kann. Ah! Raunen im Publikum. In den Gesichtern lese ich, dass mindestens 50% gar nicht wissen, was fermentieren ist. Ich auch nicht. Die Präsentation wird mir zu albern, ich gehe weiter.

Dem Schminkspiegel, der automatisch eine Vorschau auf das Schminkergebnis erstellt, den finde ich ja noch ganz sinnvoll für die Damenwelt. Den Preis möchte ich allerdings gar nicht wissen.

TV-Hersteller überbieten sich mit Auflösungen. FUll HD, Ultra HD, 4K, 8K. Ich presse mein Auge an die Geräte und versuche, die Unterschiede festzustellen. Entweder habe ich ein Auflösungsproblem in meiner Pupille oder die Qualitäten sind alle gleich. Vielleicht waren das aber auch gar nicht Inhalte mit
unterschiedlichen Auflösungen. Ich weiß es nicht, habe aber auch keine Lust zu fragen.

Sony stellt sein neues Handy vor – top Kamera. Meine Frage am Stand, wie es den bei Sony mit Sicherheitsupdates für Android aussehe, löste Ratlosigkeit aus. Auch die zweite Dame im Hintergrund konnte nichts dazu sagen.

Mein Fazit der IFA: Einerseits eine Messe wie jede andere. Optische Reize in Form von jungen Damen an der Front, oftmals auch kompetente Ansprechpartner Backoffice. Es lohnt sich für Technikbegeisterte gleich welchen Geschlechts – hier gibt es für jeden etwas zu sehen.

Darauf hat die Welt gewartet: Kompostierbare Kaffeekapseln

Darauf hat die Welt gewartet: Kompostierbare Kaffeekapseln

Gestern auf Norderney

Kuchen essen auf Norderney. Eine verrückte, aber schöne Idee meiner Freundin. Das Wetter spielt mit. Wir treffen Freunde, die dort gerade Urlaub machen. Ausgelassene Stimmung. Wir halten am Strand, breiten unsere Decken aus. Ich hole Wasser, damit der Sand in Plastikförmchen der Kinder besser zusammenklebt. Plötzlich spielt ein Junge mit dem Sandspielzeug unserer Freunde. Ich verfolge die Szenerie vom Wasser aus und sehe noch eine ältere Dame, die mit meiner Freundin spricht.
Neugierig komme ich mit dem Wassereimer zurück. Der Junge, der sich die Plastikschippe und einen Eimer ausgeliehen hat, stellt alles wieder brav an unsere Decken zurück. Danach macht er sich einen Spaß daraus, sich permanent mit Wasser zu übergießen.
Ich komme mit der älteren Dame ins Gespräch, die zu dem Jungen und den Eltern gehört. Es seien Flüchtlinge aus Afghanistan, sagt die Dame. Sie ist Integrationslotsin und begleitet die Familie. „Sie sind zum ersten Mal am Meer.“ Ich beginne zu verstehen, warum der Junge so vernarrt auf das Wasser ist. Die Dame ist begeistert von der Familie und schwärmt mir vor, wie lernbegierig die Kinder seien. Ich spreche noch einige Minuten über ihre ehrenamtliche Arbeit und kehre zu meiner Decke zurück. Schön, dass es so ein Engagement gibt!

To whom it may concern…

Hallo, mein Name ist Torsten Frank und dies ist mein Blog. Ich schreibe hier über die alltäglichen Dinge, die einfach schriftlich fixiert werden müssen, damit in meiner Gedankenwelt Platz für neue Ideen ist.
Viel Spaß beim Lesen. Konstruktive Anmerkungen sind immer erwünscht, SEO-Kommentare werden gelöscht.
Anfragen nach Produktrezensionen sind willkommen. :)