Tragisch

In der Sendung “Schwer verliebt” kommen neben einer auffälligen Häufung von Alliterationen vor allem Menschen vor, bei denen man sich fragt, ob sie wirklich so sind, wie sie sich im Fernsehen darstellen. Das ZDF-Magazin Frontal21 hat jetzt einen Vertrag einer Kandidatin in die Hände bekommen, aus dem klar hervorgeht, dass die Handlungen weitestgehend geskripted sind. Weiterhin wird den Kandidaten vertraglich untersagt, sich während der Drehtage äußerlich wesentlich zu verändern oder sich einen Rechtsbestand zu nehmen. Höchst fragwürdige Praktiken.


Der Beitrag von Frontal21

Die Tarifinformationen der T-Mobile für Geschäftskunden haben am Ende eine fünfseitige Anlage mit Allgemeinen GeschäftsbedingungenKleinstgedrucktem. Überschrift:

Erläuterungen zum besseren Verständnis

Realsatire.

Neues von der Europäischen Union: Gestützt auf die Verordnung Euratom 3954/87 hat die EU nun die Grenzwerte für Lebensmittelimporte aus Japan – heraufgesetzt!
Und das geht so: 1987 wurde, nach dem Unfall in Tschernobyl, die oben zitierte Verordnung erlassen. Darin heißt es u. a.:

Um den jeweiligen besonderen Bedingungen Rechnung zu tragen, ist es notwendig, ein Verfahren auszuarbeiten, das die rasche Anpassung dieser im voraus festgesetzten Schwellen für Hoechstwerte angleicht, die den Umständen jedes einzelnen nuklearen Unfalls oder der jeweiligen radiologischen Notstandssituation, die zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen können oder geführt haben, entsprechen.

Der Erlaß einer Verordnung zur Festlegung von Hoechstwerten würde ferner die Einheit des gemeinsamen Marktes wahren und Verkehrsverlagerungen innerhalb der Gemeinschaft vorbeugen.

Auf deutsch: Damit keine Hamsterkäufe stattfinden und die Preise nicht explodieren, werden die Lebensmittel-Grenzwerte für Radioaktivität einfach heraufgesetzt. Man mag dieses Verfahren noch für richtig halten, wenn Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung betroffen sind. So war es nach Tschernobyl auch in Deutschland.
Muss das aber auch für Lebensmittel aus Japan gelten? Der Reaktorunfall Die Reaktorunfälle in Fukushima führen doch nicht zu Hamsterkäufen in Deutschland.

Die EU stellt dazu fest:

Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima am 11. März 2011 wurde die Kommission darüber unterrichtet, dass die Radionuklidgehalte bestimmter aus Japan stammender Lebensmittelerzeugnisse, wie Milch und Spinat, die in Japan für Lebensmittel geltenden Auslösewerte überschreiten. Eine solche Kontamination kann eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die Tiergesundheit in der Union darstellen;(…) (Quelle)

Aus dieser Logik heraus erfolgt nun die Anwendung der Verordnung von 1987:

Jede Sendung der in Artikel 1 genannten Erzeugnisse wird von einer Erklärung begleitet, mit der Folgendes bescheinigt wird: (…) falls das Erzeugnis aus den Präfekturen Fukushima, Gunma, Ibaraki, Tochigi, Miyagi, Yamagata, Niigata, Nagano, Yamanashi,Saitama, Tokio oder Chiba stammt, weist es keine Gehalte an den Radionukliden Iod-131, Caesium-134 und Caesium-137 auf, welche die Höchstwerte überschreiten, die
in der Verordnung (Euratom) Nr. 3954/87 des Rates vom 22. Dezember 1987, der Verordnung (Euratom) Nr. 944/89 der Kommission vom 12. April 1989 und der Verordnung (Euratom) Nr. 770/90 der Kommission vom 29. März 1990 festgelegt sind.(Quelle wie oben)

Im Klartext: Wir lassen Lebensmittel in die EU, die die “normalen” Grenzwerte überschreiten. Wir setzen uns einfach neue Grenzen. Praktisch!

Weitere Quelle:
Glocalist

Der Plagiator: Karl-Theodor zu Guttenberg (Bildquelle: Bundestagsbüro Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg MdB)

Bei einer wissenschaftlichen Arbeit Zitate nicht korrekt zu benennen, ist so etwas wie eine Todsünde. Zumindest wurde mir das vor meiner Diplomarbeit immer wieder eingebleut. Karl Theodor von und zu Guttenberg wird nun vorgeworfen, genau diesen Fauxpas begangen zu haben. Im ersten Moment dachte ich, naja, irgendwo lächerlich dieser Vorwurf. Deshalb gleich den Doktortitel abzuerkennen, ist sicher übertrieben.
Doch die Menge der aus Fremdquellen übernommenen Textzeilen lässt mich dann doch vermuten, dass es sich um kein Versehen gehandelt haben muss. Sofern die auf der gerade verlinkten Website publizierten Textstellen wirklich aus Guttenbergs Arbeit stammen (diese liegt mir leider nicht vor), ist da doch sehr dreist abgekupfert worden. Teilweise erinnert mich das ein wenig an die Abwandlung von Onlinetexten zum Zwecke der Suchmaschinenoptimierung.

Spiegel Online hat übrigens eine interessante Übersicht über die Plagiate erstellt: Link

Kommerzielles (aber gut!)