Berlin

In Berlin tobt offenbar ein Glaubenskrieg. Ein Krieg um Schüler und das Fach “Religion”. Worum geht es? Seit 2006 ist an Berliner Schulen das Fach “Ethik” Pflichtfach, Religion kann freiwillig als Zusatzfach belegt werden.
Nun gibt es eine Initiative namens “Pro Reli”, die eine Wahlmöglichkeit zwischen Ethik, evangelischer Religion und anderen Glaubenslehren fordert.

Faktisch herrscht an Berliner Schulen ein staatlich verordneter Einheitszwang zu Ethik, eine wirkliche Wahlfreiheit zwischen Ethik und Religion besteht nicht. Das soll sich durch die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion ändern. In der Fächergruppe könnte jeder Schüler, jede Schülerin zusammen mit den Eltern selbst bestimmen, ob sie – je nach weltanschaulicher Grundüberzeugung – lieber Ethik besucht, oder am jeweiligen Religions- oder Weltanschauungsunterricht teilnehmen wollen: Eine freie Wahl zwischen gleichwertigen Alternativen.

(Quelle: pro-reli.de)

Natürlich darf nun eine Gegeninitiative nicht fehlen, die Pro-Ethik-Bewegung der Humanistischen Union:

Die Humanistische Union setzt sich für den gemeinsamen Ethikunterricht ein, denn:
- nur in einem gemeinsamen Unterricht werden Toleranz und Respekt für andere Kulturen, Religionen und Weltanschauungen gefördert und erfahren.
- nur in einem gemeinsamen Unterricht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Überzeugungen gleichberechtigt vermittelt.
- nur in einem gemeinsamen Unterricht erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine grundlegende Bildung zu Fragen der Ethik und Menschenrechte

(Quelle: http://proethik.humanistische-union.de/)

Nunja. Als überzeugter Atheist kann ich mich eher für die Argumente der Pro-Ethik-Gruppe erwärmen. Letztlich sieht mir die ganze Szenerie aber ein bisschen nach Kindergarten aus: “Ich will aber die Wachsmalstifte haben!” – “Nein, das sind meine Wachsmalstifte.” usw.
Es kommt doch zusammengefasst darauf an, den Kindern Werte mit auf den Weg zu geben, die sie in der Zukunft anwenden können und die ihr gesellschaftliches Leben als Erwachsene positiv beeinflussen. Ich bin der Überzeugung, dass dies auch eine Religion zu tun vermag. Es wird eben nur in schönere Märchen verpackt als im Ethik-Unterricht.

Religionsunterricht aber gleich als Betrug zu bezeichnen, wie es etwa der Schockwellenreiter tut, halte ich für übertrieben. Es ist in gewisser Weise Märchenerzählerei, aber der Religionsunterricht kann auch gesellschaftliche Werte herausbilden und daher auch positiv prägend für die Jugend sein.
Ich schließe mit den Wortes einer britischen Atheisten-Kampagne:

“There is probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.”

Silvester habe ich letztes Jahr zusammen mit meiner Freundin in Berlin verbracht. Leider sind wir zu spät mit der Hotelzimmerbuchung gewesen, so dass wir nur noch ein günstiges Hotel in Genshagen direkt an der A10 gefunden haben. Logistisch liegt dieses natürlich für die An- und Abreise sehr günstig. Wer allerdings in die Berliner Innenstadt möchte, muss mit dem Auto einige Kilometer zurücklegen. Continue reading

Durch die Brille eines anderen Menschen

  • Kommerzielles (aber gut!)