Bei der Bildzeitung gibt es einen Koluministen names Wagner, der die Kolumne “Post von Wagner” schreibt. Von diesem Wagner soll hier nicht die Rede sein.
Es geht um Post von Andreas Wagner, dem OB-Kandidaten der CDU. Ich bin ja grundsätzlich ein Freund von Bürgerbeteiligung und Kampf gegen Politikverdrossenheit. Die CDU bzw. die von ihr beauftragte Werbeagentur ist jetzt wohl auch auf die Idee kommen, auf dieses Pferd zu setzen. Prompt werden an über 41.000 Haushalte in Wilhelmshaven diese lustigen Postkarten verschickt:
Wagner Die Werbeagentur schreibt dazu:
Nutzen Sie die “Jetzt rede ich” – Karte und sagen Sie mir Ihre Meinung. (..) damit ich mich darum kümmern kann
Vom Grundprinzip her eine tolle Idee: Politiker fragen Bürger nach ihrer Meinung.
Doch wie wurde diese “Idee” nur umgesetzt! Man kann sein Kreuzchen bei einem Thema machen (“Banter See” – ja / nein) und noch einen ergänzenden Text verfassen, der allerdings in eine Zeile mit 3cm Länge passen muss! Reiskornbeschrifter von Jahrmärkten werden ihre Botschaft dort wohl unterbringen können, der Normalbürger jedenfalls nicht.
Bei einigen der aufgedruckten Themen muss man sich die Frage stellen, wer denn da nichts ändern möchte: “Leerstand/Verfall von Gebäuden” – wer findet das schon gut? “Banter See” – alles supi? Andere Themen sind weiter gefasst (Schule, Senioren), bei denen es tatsächlich Diskussionsbedarf gibt. Da reicht aber wiederum der Platz auf der Postkarte nicht aus.
Mit so einer Aktion hätte man übrigens hervorragend parteiübergreifend auftreten können. Nach dem Motto: die Politiker interessieren sich wieder für die Bürger. Alle. Über solche parteiübergreifenden Aktionen hatte ich bereits in den ersten Monaten dieses Jahres nachgedacht. Meine Anfrage bezüglich eines gemeinsamen Arbeitskreises an die im Rat vertretenen Parteien blieb, bis auf Ausnahme der Basu und der FDP, jedoch unbeantwortet. Schade.
(Disclaimer: Ich bin stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Wilhelmshaven.)
Ich weiß nicht, ob Axel Eduard Fischer Twitter nutzt. Jedenfalls läuft dort gerade eine ziemlich lustige Bashing-Kampagne. Der CDU-Politiker hatte am Wochenende ein Vermummungsverbot im Internet gefordert (man solle in Foren nicht mehr unter einem Pseudonym posten können). Diese etwas kuriose Forderung hat einige Twitter-User zu weiteren Ideen inspiriert:
Axel E. Fischer fordert Laufzeitverlängerung für Atom-Feeds.
Axel E. Fischer, fordert Solidaritätszuschlag für DDR-RAM.
Axel E. Fischer fordert, dass endlich mal jemand 1&1 zusammenrechnet und den Provider umbenennt.
Axel E. Fischer fordert Fenstergriffe für Windows.
Axel E. Fischer, fordert Pflaster für Schnittstellen.
Axel E. Fischer fordert mehr Vitamine im Apple.
Axel E. Fischer fordert MAC-Adressen auch für Windows-PCs.
Axel E. Fischer fordert Gleitzeit für Cronjobs.
Axel E. Fischer, fordert Bademeisterpflicht für IP-Pools.
Weitere “Axel E. Fischer”-Sprüche findet ihr bei netzpolitik.org.
