
Interessante Sachen gibt es auf jeder CeBIT zu sehen, z. B. hier der Rennwagen (hinter den netten Damen).
Der erste Tag der CeBIT ist vorbei. Zu sehen gab es auf der Messe einiges. Zum einen wird das 3D-Fernsehen ohne Brille gezeigt. Die Technik funktioniert so, dass das Display über eine Kamera den Betrachter “ortet” und die Bildeinstellungen auf die Position des Betrachters ausrichtet. So recht hat das bei mir im Praxistest nicht funktioniert: Bewegungen des Betrachters soll das System angeblich mit verfolgen können. Ich habe mich etwas zur Seite bewegt: das Bild wurde extra unangenehm anzugucken. Das System ist wohl nicht ganz marktreif.
“Ab in die Cloud”, ein blöder Werbespruch eines großen Softwareherstellers prägt die Vorstellungen des Durchschnittsanwenders von “Cloud Computing”. Dieses Thema ist auch eines der Hauptthemen der diesjährigen CeBIT. So informiert Strato über seinen lebenslangen Speicherplatz im Netz (“Hi-Drive”) und auch bei Microsoft, IBM usw. dreht sich alles um die Auslagerung von Software und Speicherkapazitäten in die Wolke. Scheinbar braucht jede Messe eine Hype-Thema…
Und dann war da noch die Uni Leipzig, die in Halle 9 am Stand D01/1 die Suche nach Dupletten in Datenbeständen zeigt. Wie komme ich gerade an diesen Stand? Hier gibt es das wohl ungewöhnlichste Werbegeschenk der Messe: Socken.
Das machte neugierig und ich lies mich über den Entwicklungsstand aufklären. Man könne z. B. für Onlineshop-Betreiber Shopdaten aus verschiedenen Quellen konsolidieren und fehlende Angaben ergänzen. Ein fertiges Produkt gibt es aber noch nicht – Lösungen würde man individuell auf den Nutzer zuschneidern. Aaaaha!
“Bitte einen Meter nach rechts für den Minister!”
Und dann wurde ich am DE-Mail-Stand ganz nett aufgefordert, doch gleich einen Meter nach rechts zu gehen. Der (damalige) Innenminister käme gleich. In der Tat, nach relativ kurzer Zeit stand ein kleiner Pulk aus Journalisten und Security-Personal direkt neben mir. Mittendrin der Minister. Der nach einer kleinen Präsentation übrigens schnell wieder das Weite suchte.
Auch dieses Jahr gibt es wieder eine CeBIT in Hannover. Die oft totgesagte Messe wirbt dieses Jahr mit dem Top-Bullshit-Thema “Cloud Computing”:
Mit dem neuen Schwerpunktthema “Work and Life with the Cloud” rückt die CeBIT 2011 als weltweit bedeutendste Veranstaltung der digitalen Industrie einen zentralen Wachstumsmarkt im IT-Geschäft in den Mittelpunkt. Kein IT-Thema wird aktuell so intensiv diskutiert wie Cloud Computing. (Quelle: cebit.de
Ich sag nur: Ab in die Cloud…
)
Wer auch dieses Jahr keinen Eintritt bei der CeBIT bezahlen will, sollte jetzt noch einen kurzen Blick auf meine Website messepraesente.de werfen, denn auch dieses Jahr gibt es hier eine Übersicht über Quellen für kostenlose CeBIT-Tickets.
Ein Pflichttermin für mich stand am letzten Dienstag an: ein Besuch auf der CeBIT. Obwohl die Hallen immer leerer zu werden scheinen, ist es mit einem vollen Terminkalender immer noch nicht langweilig auf der Messe. Diesmal wurden auch mehr Inhalte für Privatbesucher geboten (z. B. 3D-Fernsehen ohne Brille), die durchaus sehenswert waren.
Mein Fokus lag auch in diesem Jahr wieder auf Themen, die für meine berufliche Tätigkeit relevant sind. Und hierbei kam ich zu meinem persönlichen Marathonlauf bei der Telekom (der mich übrigens ein wenig an das hier erinnert):
Ich kam also am Telekomstand an mit der Intension, beim Telefonkostencontrolling (Mobilfunk und Festnetz) um Unterstützung zu ersuchen. Mein erster Anlaufpunkt: Ein Tresen mit der Aufschrift “Information”. Die dortige Dame war sehr freundlich. Als ich jedoch auf ihre Frage, ob ich Informationen zu Mobilfunk oder Festnetz suchte, “beides” antwortete, konnte ich schon an ihrem Gesicht erkennen, dass die Alternative in ihrem gedanklichen Workflow gar nicht vorsehen war. ![]()
Sie schickte mich zu den Handys. Ich sollte eine Mitarbeiterin dort ansprechen. Gesagt, getan. Diese Mitarbeiterin war wieder sehr verwundert, dass ich als Geschäftskunde in ihrem Bereich stand. Sie begleitete mich zu einer Rezeption (offenbar für Geschäftskunden). Hinter dem Tresen war ein großer Raum, der scheinbar Geschäftskunden vorbehalten war. Der junge Mann an der Rezeption fragte mich, gleich nachdem die Dame mich quasi an ihn “übergeben” hatte, ob ich denn einen Tische benötigte. Bitte was? Ich hatte schon eine Tasche voller Werbegeschenke, wie sollte ich da noch einen Tisch tragen?? …
Nachdem ich feststellte, dass dieser Mitarbeiter offenbar nicht ganz auf meiner Humorschiene fuhr, begleitete er mich zum Geschäftskunden-Servicetresen (wieder ein andere Ecke auf dem Telekomstand). Hier angekommen erzählte ich der Dame noch einmal mein Anliegen. Sie bemerkte dann allerdings, dass sie hauptsächlich Mobilfunk machte. “Sie müssen zum ‘vernetzten Arbeiten’!” Hurra, wieder ein Teil des Telekom-Standes, den ich noch nicht kannte….
Beim ‘vernetzten Arbeiten’ waren zunächst alle Telekommitarbeiter im Gespräch, so wir zwei (also die T-Dame und ich) etwas warten müssten. Als endlich der Telekomberater mit seinem Gespräch durch war, sagte er doch zu mir: “Da sind sie hier falsch, Sie benötigen einen Geschäftskundenberater.” Wild mit dem Finger zeigend merkte ich nur an: “aber schicken Sie mich dort, dort, dort oder dorthin – da war ich schon überall!”
Nun führte mich der Mitarbeiter vom vernetzten Arbeiten zum Geschäftskundenberater. Im Schlepptau: die Kollegin von der vorhergehenden Etappe. Hier konnte sie offenbar noch etwas lernen!
Endlich hatte ich meinen Ansprechpartner gefunden!!!
Grafisch aufbereitet sieht mein Irrweg durch den Telekomstand etwa so aus:

Über 5 Stationen zum Ziel: Die Telekom auf der CeBIT
Da schimpfe noch einmal jemand über die öffentliche Verwaltung…
Was wurde vor der CeBIT nicht alles geunkt: Krise! Ausstellerschwund!
Und tatsächlich: Die Unkenrufe haben auch ein bisschen Wahrheit transportiert. So erschien es mir jedenfalls am ersten “offiziellen” Messetag, dem 03.03. Traditionell bin ich ein CeBIT-Besucher, der versucht, immer am ersten Tag dort zu sein, u. a. wegen meines Projektes messepraesente.de. Letztes Jahr durch Krankheit verhindert wollte ich in diesem Jahr auf jeden Fall auf die Messe.
Morgens, 11 Uhr |
Ebenfalls traditionell fahre ich relativ früh aus Wilhelmshaven los, um nicht in den “Messe-Rush” zu gelangen. Doch der blieb dieses Jahr aus. Wurde im Verkehrsfunk noch großspurig angekündigt, dass die A37 vierspurig als Einbahnstraße nutzbar wäre, stellte sich das vor Ort als Ente heraus: Selbst 2 Spuren reichten für den Anreiseverkehr aus. Der Parkplatz Ost, den ich sonst immer ansteuere, war zu diesem Zeitpunkt offenbar gar nicht geöffnet.
Auf der Messe angekommen fand ich Hallen vor, die eine nie gekannte Gangbreite auswiesen. Früher musste man aufgrund des Gedränges immer über Standflächen laufen, heute rempelt man Besucher an, die verwirrt nach Ständen suchen… in manchen Hallen fehlten mir noch die Steppenroller.
Und dann die Messe-”Schwerpunkte”. Schwerpunkte sind für mich Themenbereiche, die sich entweder durch eine große Ausstellungsfläche oder eine besondere inhaltliche Tiefe charakterisieren. Schwerpunkt Green-IT: eine viertel Halle gefüllt mit wenigen Ständen. Wenn es danach ginge, wäre der Stand von SAP ein Schwerpunkt der Messe, denn der dürfte sogar größer als die Green-IT-Halle gewesen sein…
Schwerpunkt Security: Man nehme die CeBIT 2008-Security-Halle, ziehe in der Mitte eine Stellwand ein und lasse die andere Hälfte leer. Voilà : Fertig ist ein Messeschwerpunkt.
Schwerpunkt Webciety: Die Vorträge habe ich mir aus Zeitgründen leider nicht anhören können. Vielleicht waren hier ein paar inhaltliche Perlen dabei. Das Standgewusel drumherum konnte ich jedenfalls nicht richtig einordnen. Schwerpunkt ist für mich etwas anderes.
Für mich war die CeBIT immer ein Ort, an dem man sich als “IT-Mensch” schnell und umfassend zu allen Themen der IT informieren konnte. Dazu gehörte auch immer ein gewissen “Welt-Flair”. Die Fassade brockelt nicht, sie liegt schon zur Hälfte am Boden.
