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Nichts Halbes und nichts Ganzes
Nun habe ich mir den Film “Meine Daten und ich” von den Produzenten Sebastian Bach und Philipp Eichholtz angesehen. Ein fiktiver Filmemacher namens Axel Ranisch, ein zotteliger Michael Moore-Typ mit Bernd Stromberg-Aussprache, zieht los und sammelt Interviews zum Thema Datenskandale und Überwachungsgesetze. Bevor er sich allerdings auf den Weg macht, wird der Zuschauer mit einer ca. 20 Minuten andauernden Geschichte von Axel und seiner Freundin sowie den (fikitiven) Bemühungen um einen Kameramann gelangweilt. Das Drehbuch erinnerte mich dabei ein wenig an die Werke von Helge Schneider, wobei jene keine gespielte Spontanität enthalten, die man als Zuschauer sofort entlarven könnte. Wer sich ernsthaft den Film wegen des Titels anschauen will, dem rate ich dringend, die Highspeed-Vorspulen-Taste auf dem DVD-Player zu drücken. Und zwar mit Maximum Speed.
Auf diese Vorgeschichte folgen nun eine Reihe von Interviews mit verschiedenen Mitgliedern des Deutschen Bundestages, Sachverständigen und Datenschutzbeauftragten. Die Interviews stellen die verschiedenen Pro- und Contra-Argumente gegenüber. Inhaltlich durchaus nicht uninteressant, ist die Umsetzung aber so gar nicht im Michael Moore-Stil erfolgt.
Es fehlt das persönliche Auftreten und Drangsalieren der Interviewpartner durch den Fragesteller. Es fehlen die Moore’schen plakativen Vergleiche. Der fiktive Filmemacher Ranisch wirkt in seinen Auftritten zwischen den Interviews mehr lächerlich als seriös. Ranisch ist von Moore meilenweit entfernt. Lustig sind seine Auftritte nun gar nicht.
Schade. Das Thema hätte durchaus Potential, zu einer Moore-ähnlichen Dokumentation verarbeitet zu werden, wie es auf der Homepage des Filmes angekündigt war. Dieser Film hat es leider nicht geschafft.
Die 9,95 Euro kann man getrost in andere Dinge investieren.
Laufveranstaltungen als Datensammlung
Um mich sportlich ein wenig fit zu halten, jogge ich gelegentlich etwas. Bei Zeiten macht es mir auch Spaß, mich bei Laufveranstaltungen anzumelden, um ein Ziel für mich selbst zu setzen.
Ein solches Ziel ist z. B. der alljährlich in Wilhelmshaven stattfindende Gorch-Fock-Marathon. Als ziemlich untrainierter Läufer versuche ich aber höchstens auf der 10km Laufstrecke. ![]()
Was mich bei dieser (übrigens sehr gut organisierten) Veranstaltung allerdings stört, ist die Datensammelwut der Veranstalter. So heißt es im Kleingedruckten der Ausschreibung (die Schriftgröße ist mittels FONT-Tag auf Größe 1 gesetzt):
Außerdem erklärt sich der Teilnehmer damit einverstanden mit der Weitergabe seiner Daten zum Zwecke der Zusendung von Fotos, Ergebnissen und Informationen, die von einer vom Veranstalter beauftragten Firma oder Sponsor produziert werden.
(Hervorhebung von mir)
Im letzten Jahr habe ich diesen Passus doch glatt überlesen und war etwas verwundert, dass ich kurz nach dem Lauf gleich die erste Werbung einer örtlichen Lokalzeitung im Briefkasten hatte. Um mehr über die Sache zu erfahren, habe ich mich mit einem T5F an die Veranstalter gewandt.
Diese reagierten, wie soll ich das höflich formulieren,… irritiert über mein Anliegen. Das Schreiben schließt mit dem Satz:
Da wir das Einverständnis der Bestimmungen auch für 2009 voraussetzen, bitten wir ggf. einen Start für das kommende Jahr zu überdenken.
Ich finde es sehr schade, dass eine schöne Veranstaltung wie der Gorch-Fock-Marathon einen solchen negativen Beigeschmack erhalten muss. Ist es wirklich notwendig, die personenbezogenen Daten der Teilnehmer an Dritte zu übermitteln? Könnte man nicht auf diese zusätzliche Einnahme verzichten und stattdessen das Startgeld erhöhen (ich wäre zur Zahlung eines höheren Startgeldes bereit)?
Stollendiebe verursachten Datenlieferung an Frankfurter Rundschau
Heise.de macht mit einer Meldung auf, die ich im ersten Moment nicht glauben wollte: Zwei Kurierfahrer haben ein Paket geöffnet, dass an die Frankfurter Rundschau adressiert war. Sie stahlen den darin enthaltenen Stollen und klebten das Adressetikett auf ein anderes Paket. Dieses Paket enthielt personenbezogenen Daten. Die Frankfurter Rundschau sprach daraufhin von einem laxen Umgang mit Kreditkartenabrechnungen gesprochen.
Was für eine Geschichte.
Schleswig-Holstein stoppt Google Street View
Die Datenkrake Google läßt sich also doch ausbremsen: Der Suchmaschinen-Riese hat angekündigt, vorerst keine Aufnahmen von Straßenzügen aus Schleswig-Holstein zu veröffentlichen. Zuvor hatte es massive Kritik von Datenschützern und Politikern gegeben. Read the rest of this entry »