Lebensmittel

Wer kennt sie nicht, die kleinen lustigen Spielchen in Facebook und Co., bei denen man einen Acker bewirtschaften und das Vieh großziehen muss. Eine Reihe von Studenten der Hochschule Niederrhein will diese Spielbegeisterung nutzen, um gesunde Ernährung zu fördern und eine leistungsgerechte Bezahlung der Bauern zu erreichen. Wie das funktioniert, beschreiben sie in diesem Video:

seeders – Mach dich auf den Acker from designkrefeld on Vimeo.

Die Idee hinter dem Konzept besteht darin, dass die virtuell angebauten Pflanzen von einem Bauern in der Nähe in der Realität geerntet und dem User über Lieferdienste zugeschickt werden. So gewinnen die Waren wieder einen regionalen Bezug, außerdem werden dadurch Transport eingespart. Die Entfremdung von Konsument und Warenproduktion wird abgebaut. Letztendlich können, sofern denn das Konzept der Studenten funktionieren sollte, die Bauern davon profitieren, dass die Gewinnspanne der Supermärkte wegfällt.

Ein interessantes Modell, das ich gerne einmal in der Praxis ausprobieren würde.

Mehr zum Thema: www.weareseeders.de

Neues von der Europäischen Union: Gestützt auf die Verordnung Euratom 3954/87 hat die EU nun die Grenzwerte für Lebensmittelimporte aus Japan – heraufgesetzt!
Und das geht so: 1987 wurde, nach dem Unfall in Tschernobyl, die oben zitierte Verordnung erlassen. Darin heißt es u. a.:

Um den jeweiligen besonderen Bedingungen Rechnung zu tragen, ist es notwendig, ein Verfahren auszuarbeiten, das die rasche Anpassung dieser im voraus festgesetzten Schwellen für Hoechstwerte angleicht, die den Umständen jedes einzelnen nuklearen Unfalls oder der jeweiligen radiologischen Notstandssituation, die zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen können oder geführt haben, entsprechen.

Der Erlaß einer Verordnung zur Festlegung von Hoechstwerten würde ferner die Einheit des gemeinsamen Marktes wahren und Verkehrsverlagerungen innerhalb der Gemeinschaft vorbeugen.

Auf deutsch: Damit keine Hamsterkäufe stattfinden und die Preise nicht explodieren, werden die Lebensmittel-Grenzwerte für Radioaktivität einfach heraufgesetzt. Man mag dieses Verfahren noch für richtig halten, wenn Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung betroffen sind. So war es nach Tschernobyl auch in Deutschland.
Muss das aber auch für Lebensmittel aus Japan gelten? Der Reaktorunfall Die Reaktorunfälle in Fukushima führen doch nicht zu Hamsterkäufen in Deutschland.

Die EU stellt dazu fest:

Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima am 11. März 2011 wurde die Kommission darüber unterrichtet, dass die Radionuklidgehalte bestimmter aus Japan stammender Lebensmittelerzeugnisse, wie Milch und Spinat, die in Japan für Lebensmittel geltenden Auslösewerte überschreiten. Eine solche Kontamination kann eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die Tiergesundheit in der Union darstellen;(…) (Quelle)

Aus dieser Logik heraus erfolgt nun die Anwendung der Verordnung von 1987:

Jede Sendung der in Artikel 1 genannten Erzeugnisse wird von einer Erklärung begleitet, mit der Folgendes bescheinigt wird: (…) falls das Erzeugnis aus den Präfekturen Fukushima, Gunma, Ibaraki, Tochigi, Miyagi, Yamagata, Niigata, Nagano, Yamanashi,Saitama, Tokio oder Chiba stammt, weist es keine Gehalte an den Radionukliden Iod-131, Caesium-134 und Caesium-137 auf, welche die Höchstwerte überschreiten, die
in der Verordnung (Euratom) Nr. 3954/87 des Rates vom 22. Dezember 1987, der Verordnung (Euratom) Nr. 944/89 der Kommission vom 12. April 1989 und der Verordnung (Euratom) Nr. 770/90 der Kommission vom 29. März 1990 festgelegt sind.(Quelle wie oben)

Im Klartext: Wir lassen Lebensmittel in die EU, die die “normalen” Grenzwerte überschreiten. Wir setzen uns einfach neue Grenzen. Praktisch!

Weitere Quelle:
Glocalist

Die Stiftung Warentest hat es ermittelt: in vielen Vanille-Eissorten steckt gar keine Vanille! Nach Analog-Käse die nächste Sauerei, die mir die Magensäure hochkommen läßt. Warum werden unsere Lebensmittel immer mehr industrialisiert? Ganz klar: Wir dummen Käufer fordern (leider) immer niedrigere Preise. Qualität kostet eben Geld. Wir müssen uns selbst wieder mehr wert sein und dürfen nicht an guten Lebensmitteln sparen.

Testsieger beim Vanille-Eistest ist übrigens “Haägen Dasz Vanilla” geworden, mit 11 Euro pro Liter war es das teuerste Eis im Test.

Der Supermarkt direkt neben unserer Firma heute leider geschlossen – ich wurde quasi gezwungen, mein “Just-In-Time-Buying” einzustellen und nun im Voraus einzukaufen. Da ich mittags gerne Joghurts esse, standen diese kürzlich auf meiner Einkaufsliste.
Ziemlich unbedacht kaufte ich bei einem Discounter einige Joghurts, die mir von der Abbildung auf der Verpackung her ganz lecker erschienen. In der Firma habe ich dann einmal einen Blick auf die Inhaltsstoffe geworfen. Beispiel gefällig?

“Karotten, Paparika, Kurkuma” – na, welche Sorte?

Richtig: Pfirsich-Maracuja! Kein Witz! Ok, Früchte waren tatsächlich auch in dem Gepansche. Aber ich war doch etwas erschrocken über diese Zutatenliste.
Doch dann sehe ich gestern das hier im Supermarkt und falle vom Glauben ab:

Eier gibts jetzt nicht mehr nur in der Kalkschale, sondern auch im TetraPack!

Eier gibts jetzt nicht mehr nur in der Kalkschale, sondern auch im TetraPack!




Pervers, oder?

Kommerzielles (aber gut!)