Posts Tagged ‘Wilhelmshaven’

postheadericon Die 280 D-Mark-Hose

Manchmal kann ich auch an kleinen Dingen verzweifeln. So etwa neulich, als ich in mein Auto stieg. Meine Hose wollte nicht mehr so richtig. Genauer gesagt: Der Stoff. Am Hosenbein entstand ein ca. 15 cm langer Riss. Einfach so. Nicht, dass ich dort in den letzten 6 Monaten, seit dem ich jetzt Besitzer dieser Hose war, um einiges zugelegt hatte. Das habe ich mit Sicherheit nicht. Und eigentlich bin ich auch nicht als Hulk verschrien. Es hatte mich in diesem Moment ja auch niemand wütend gemacht. Und hängen geblieben bin ich mit der Hose auch nicht. Sie wollte einfach nicht mehr. Da es sich dabei um keine Billighose eines Discounters mit drei Buchstaben gehandelt hat, verdient die Tatsache eine besondere Erwähnung: Die Hose ist von der Marke “Jack & Jones”, ein Label, dass für stylische Mode steht. Offenbar ist die Qualität noch ausbaufähig (in Sachen Reklamation werde ich übrigens noch mit der Firma Kontakt aufnehmen müssen, da ich den blöden Kassenbon nicht mehr finde… man schmeißt auch immer das Falsche weg).

Nun wollte ich adäquaten Ersatz für diese Hose beschaffen. Meine einfachen (?) Anforderungen:

  • Jeans
  • Größe 33-36 (wobei 36 nicht zu kurz sein darf)
  • Schnitt Bootcut
  • Preis unter 100 Euro

Mit der Illusion von Machbarkeit ging ich zunächst in Wilhelmshaven auf die Suche. Im Modehaus Leffers wurde ich dann fündig (es gab exakt 1 Hose mit dieser “Konfiguration” im Geschäft, die auch optisch meinem Geschmack entsprach). Leider hatte die Länge 36 eher eine Tendenz zur 34 denn zur 38. Es fehlte am Hosenbein gut 1 cm.

Wohl oder übel musste ich nach Oldenburg fahren, um die dortigen Geschäfte abzuklappern. Leffers – im Umbau, Hosenabteilung platzmäßig stark reduziert. Theo Wormland war auch klasse: “Ich hatte gern eine Jeans mit der Schnittform Bootcut” – Verkäuferin: “Bootcut?” … (nach kurzer Erklärung meinerseits) “Ach da haben wir was von GStar!” Ich: “Unter 100 Euro?” Sie: “Ach ja…”
C&A, Jeans Fritz!, New Yorker, Tom Tailor… Fehlanzeige.
Bei ESPRIT war auch nichts zu finden (“Versuchen Sie es doch mal bei Leffers oder Theo Wormland”). Und dann gibt es ja noch Bruns – Mode für Herren in Übergröße. Wenn nicht hier eine Jeanshose in meiner Größe zu finden war, wo denn dann?
Tatsächlich gab es hier ein Regal mit der Aufschrift “33-38″. Da stürzte ich mich natürlich gleich drauf. Insgesamt sechs verschiedene Modelle standen mir zu Auswahl. Eine Hose häßlicher als die andere.

Nunja, was soll ich sagen: Ich habe schließlich eine GStar-Jeans gekauft für 139,- Euro. Für mich ein irrer Preis für eine Hose. Wenn diese Hose kaputt geht, beschreite ich den Klageweg, soviel ist sicher.

postheadericon Kraftwerk 50plus geht die Puste aus

Ein Traum in 3D: Ein Kraftwerk mit 50% Wirkungsgrad (Quelle: eon)

Die Idee des Energiekonzern EON, in Wilhelmshaven ein Kohlekraftwerk mit einer Effizienz von 50% und mehr zu bauen, ist vorerst gescheitert. Wie die örtliche Lokalzeitung berichtet, sind die eingesetzten Werkstoffe nicht in der Lage, den notwendigen hohen Temperaturen von 700 Grad standzuhalten.
Damit dürften die Wilhelmshavener im wahrsten Sinne des Wortes (zunächst) aufatmen können: es wird ein Kraftwerk weniger errichtet und die Luft dann doch ein Stückchen weniger verpestet.

Und leider reiht sich dieses Ereignis mal wieder nahtlos in eine Kette von Absagen ein, die die Industrie in Wilhelmshaven seit dem Ende der 70er Jahre immer wieder auftischt. Zunächst wird viel Hoffnung geschürt mit riesigen Investitionsvolumina und Arbeitsplätzen, die entstehen sollen. Hinterher stellt man aber immer wieder fest, dass viele dieser Versprechungen einfach Luftschlösser waren. Und trotzdem fällen die örtlich Verantwortlichen immer wieder darauf herein.

Wilhelmshaven muss endlich den Fokus auf die Förderung des Mittelstandes und der Kleinbetriebe legen.

postheadericon Das SPD-Dilemma

Bei der SPD geht es derzeit drunter und drüber. Ob nun bei der Bundes-SPD oder im kommunalen Bereich wie bei der Wilhelmshavener SPD: Die Partei hat ihr Fundament noch nicht wiedergefunden. In Wilhelmshaven kommt eine besondere Situation dazu: nicht nur die “Linke” greift gnadenlos die Wählerschaft der SPD ab, eine weitere Partei profitiert ebenfalls von den internen Querelen: Die BASU. Die Abkürzung dieser Partei steht für Bürger, Arbeit, Soziales und Umwelt. Sind das nicht alles Themen, die auch die SPD besetzen will/sollte?

Die kommende Kommunalwahl wird zeigen, ob die SPD sich erfolgreich konsolidiert hat. Messen wird man dies neben dem Abschneiden der Parteien SPD, Die Linke und Basu auch am Anteil der Nichtwähler. Wilhelmshaven wird immer mehr eine Stadt der Nichtwähler. Als Wahlhelfer in der Wahlzentrale erschreckt es mich bei jeder Wahl, wie wenig Bürger bereit sind, ihr demokratisches Recht auszuüben.

Stadtverwaltung und Parteien müssen gemeinsam gegen diese Tendenz ankämpfen. Dazu muss man sich die Frage stellen: Warum wählen die Menschen eigentlich nicht? Vordergründig wird immer behauptet, die “machen ja eh, was sie wollen” etc. Ist es vielleicht aber auch ein bisschen Unmut, sonntags seine Wohnung zu verlassen und ins Wahllokal zu gehen? Ist diese demokratische Tradition in Zeiten von totaler Vernetzung über Internet, Handy und WLAN nicht mehr “en vogue”?
Warum nicht einmal testweise in dem Wahlbezirk mit der geringsten Wahlbeteiligung ein Fest rund um das Wahllokal organisieren? Mit dabei: Stände der Parteien, Informationen durch die Stadtverwaltung zur Wahl, vielleicht ein Flohmarkt (organisiert durch die WTF), Bäcker-Stände (Brötchen und Kuchen). Sind die Bürger erst einmal auf den Beinen und in der Nähe des Wahllokals, kann man vielleicht die Wahlbereitschaft zumindest etwas steigern.

Oder wie wäre es mit einer Initiative der Wilhelmshavener Kaufmannschaft: Jeder Wähler erhält ein Gutscheinbuch mit den verschiedensten Rabatten – die aber nur am Wahlsonntag eingelöst werden können. Die Stadtverwaltung genehmigt als Unterstützung dazu einen verkaufsoffenen Sonntag.

Alle ziehen an einem Strang. Und sogar auf der gleichen Seite. Einen Versuch wäre es wert.

postheadericon Kommunale Steuereinnahmen im Keller

Die kommunalen Finanzen im ersten Halbjahr 2009 sehen laut Statischem Bundesamt nicht besonders gut aus. Festgestellt wurde ein Finanzierungsdefizit von 4,2 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2008 lag noch ein Plus von 2,9 Mrd. Euro vor.
Als Ursache haben die Statistiker einen Einnahmerückgang bei den Steuern ausgemacht:

Sie [Die Steuereinnahmen] lagen mit 27,5 Milliarden Euro um 9,0% unter dem entsprechenden Vorjahresbetrag. Auch die übrigen Eckgrößen auf der Einnahmenseite waren in den ersten sechs Monaten 2009 rückläufig. Dabei fielen vor allem die investiven Zuwendungen vom Land mit 2,8 Milliarden Euro deutlich niedriger aus als ein Jahr zuvor (- 10,5%). Die Einnahmen aus Gebühren (- 0,8% auf 7,6 Milliarden Euro) und den im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs von den Ländern erhaltenen Schlüsselzuweisungen (- 0,3 Milliarden Euro auf 14,3 Milliarden Euro) lagen insgesamt nur wenig unter dem Vorjahresbetrag. (Quelle: Pressemitteilung destatis.de)

Insgesamt eine bedrohliche Entwicklung. Strukturschwache Regionen wie Wilhelmshaven haben es dadurch besonders schwer, die finanzielle Talfahrt abzubremsen und ins Gegenteil zu verkehren.

postheadericon Flashmob Wilhelmshaven: Fotos und Videos


Flashmob Wilhelmshaven 1.8.09 – MyVideo

postheadericon Stadtpark

Stadtpark Wilhelmshaven

Stadtpark Wilhelmshaven

postheadericon Kapitulation der Gastronomie vor dem Gast

Der Wilhelmshavener Stadtpark ist einer der idyllischen Orte in Wilhelmshaven, an dem man richtig ausspannen kann. Einen Platz zum Verweilen bietet dazu der Gastronomiebetrieb “Bootshaus”, der an einem kleinen See gelegen ist.
Am Sonntag war ich mit meiner Freundin zum Kaffeetrinken dort. Sie bestellte ihren Kaffee mit den Worten: “Wenn er frisch ist, können Sie mir einen Becher bringen, ansonsten bitte nur eine Tasse.” Was wurde geliefert? Eine Tasse…

postheadericon “Einmal täglich frisch!”

Vor kurzem habe ich zusammen mit meiner Freundin ein Restaurant hier in Wilhelmshaven aufgesucht. Dort bekommt man vor den bestellten Speisen immer eine Schale mit Brot. Pizzabrot.
Eigentlich mag ich es sehr gerne, aber diese Version von Pizzabrot hatte mit Sicherheit schon einige Zeit an der Luft verbracht: Das Brot hat eine harte, pappige Konsistenz mit dem dazu passenden Geschmack. Auf unsere Beschwerde hin, ob wir denn auch frisches Brot bekommen könnten, kam die Antwort der Bedienung:
“Das Brot ist frisch. Wir machen das jeden Tag frisch.”