Twitter und der Iran-Konflikt
Lange Zeit habe ich gefragt, wozu man eigentlich dieses Twitter gebraucht. Rumgezwitschere mit 140 Zeichen, den ganzen Tag vor einem elektronischen Ding hocken und im Internet notieren, was man macht… wozu?
Doch seit die Unruhen im Iran begonnen haben, sehe ich tatsächlich auch für mich eine Einsatzquelle: Twitter als Informationsmedium. So viele Details und Informationen kann man wohl bei keinem anderen Medium erhalten, wie hier. Zur aktuellen Situation im Iran gibt man im rechten Suchfeld einfach #iranelection ein und wird nun sekündlich überhäuft mit Links, Meinungen, Aufrufen etc. Ungefiltert, das ist klar.
So erfährt man etwa, dass das ein Zeitungsfoto einer Pro-Ahmadinedschad-Demo mit einem Grafikprogramm um einige Demonstranten ergänzt worden sein soll. Oder die (angeblichen) Screenshots eines TV-Bildes, dass um 9:47 Uhr noch 633048 Stimmen für Mussawi den dritten Kandidaten, dessen Namen ich gerade nicht zur Hand habe, zeigen sollen, um 13:53 Uhr nur noch 587914. Ob das Bild und die Darstellungen echt sind, läßt sich freilich schwer nachvollziehen. Man muss schon eine gewisse Distanz zu den Informationen aufbauen und für sich selbst sondieren.
Aber interessant ist es allemal.